Google beweist: Social Networks sind eine Herausforderung!

Wer wüsste das besser als Google. Mit mehreren unausgereiften (Google BUZZ) oder gar gescheiterten Social Network Projekten blickt der Suchmaschinen-Riese schon auf eine lange Erfahrung (Eindrucksvolle Google-SoMed Historie), aber noch auf keine Erfolge zurück. Das soll jetzt anders werden! Mit GOOGLE ME konstruiert man einen direkten Facebook Konkurrenten. Wie immer soll dies keine direkte Kopie werden, sondern der Welt des Social Networkens eine Verbesserung hinzufügen.

Influencer? Überbewertet! Hubs sind wichtiger!

Eine interessante Aussage gleich zu Beginn: GoogleUX Forscher Paul Adams bricht in der Idee zur Ausgestaltung eines “neuen” Social Network Service mit einem ureigenen, quasi-dogmatischen Ansatz des Social Media/Network Managements: Dem “Influencer-Prinzip (Ab Seite 155). Ihm scheint selbiges enorm überbewertet. Seine Argumentation kurz auf einen Satz reduziert: Wenn von 10 Freunden ein Puma-Schuh empfohlen wird, zählt die meinungsüberzeugende Wirksamkeit eines einzelnen Influencers oft nicht mehr, wenn er das Adidas Pendant vorschlägt.

Genauso wichtig wie die Stärke des Influencers, sei die Möglichkeit des beeinflusst Werdens. Die geschilderten “Sozialen Hubs” als Summe der Wirkung von gesammelten Meinungen aus dem Freundeskreis, gäben somit einer persönlichen Entscheidung wesentlich mehr Richtung und Nachdruck. Sich nur auf die “Influencer” zu konzentrieren, so Adams, sei oft verschwendete Energie.

Einer für alle…

Ansatzpunkt für die weiteren Überlegungen ist ganz zentral das Social Web des Social Webs, sprich: Die vielen, eigentlich teils unabhängigen Freundes-/Interessens-Kreise, die sich hinter hunderten von Kontakten in einem privaten Social Network-Profil versammeln – und die man irgendwie alle gezielt ansprechen will ohne sie vollzuspammen oder ihrer Privatsphäre zu schaden.

Nicht erst seit kurzem sorgen laxe Datenschutz-Settings oder die offene Unterminierung derselben, z.B. durch simple Gadgets wie Photo-Tagging Funktion, in vielen Social Networks  für geteilte Freu(n)de.

..und damit alles für alle…

Am Beispiel von Lehrerin “Debbie” beschreibt GoogleUX Forscher Paul Adams in der nachfolgenden Präsentation, wie schwer es sein kann, konkrete Interessen wirklich nur den  Freunden eines Profils mitzuteilen, die es auch interessiert. Zumindest will die vorgestellte Person  nicht, dass die Partybilder aus der Schwulenbar eines ihrer Freunde auch für alle anderen durch Zufall oder über das Freund-System sichtbar sind – zum Beispiel für ihre Schüler mit denen sie über Facebook verbunden ist.

…für immer?

Auch die “Haltbarkeit” einer Aussage im Web wird immer wieder unterschätzt.  Was im Web steht, bleibt im Web. Ein Grundsatz, den viele auf die harte Tour lernen mussten: “Im (Social) Web ist jeder seine eigene PR Agentur” – dieser geflügelte Spruch gilt im Social Web-Zeitalter mehr denn je.

Wer sich daneben benimmt oder über die Strenge schlägt, der konnte sich beim Googlen auch nach Monaten wiederfinden. Personalagenturen suchen schon lange bei Bewerbern nach solchen Fehltritten – besonders auch in den Social Networks. Dort versteckt sich niemand mehr in kleinen Foren oder Newsgroups, sondern man zeigt oft private Bilder und Exzesse für alle sichtbar.

Das Schwert für den Gordischen Knoten?

Hier werden mehrere Probleme sichtbar, welche momentan nur unzureichend durch Automatismen (abseits der Selbst-PR-Kontrolle) gelöst sind. Grundlegend dabei ist jedoch immer die fehlende Unterteilung nach dedizierteren “Freundes-Gruppen” um Interessen richtig zu adressieren und dabei gleichzeitig Privatsphäre aufrecht zu erhalten, ohne sich vom Geschehen auszuschließen oder abzukapseln.

Die Herausforderung für die Google Mitarbeiter ist es unter anderem also, die Sozialen Netze, die wir bereits im realen Leben gespannt haben, auf eine kompatible, virtuelle Form zu übertragen – und das so, dass es interessant und relevant bleibt.

Die Überlegungen zu Methoden, z.B. Freundes-Gruppen innerhalb der Freundes-Gruppe, und natürliche Klassifizierungen ähnlich der Abstufung nach “nahen Freunden”, den “Bekannten” sowie zeitweisen Bekanntschaften (“weak ties”) und deren Wirkungen (Social Hubs vs. Influencer) sind in der Präsentation ausgeführt.

Welche Überlegungen genau dahinter stecken wird in zahlreichen Beispielen von Paul Adams verdeutlicht.

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